Depression
Was bedeutet der Name Depression?
Die Krankheit zählt zu den psychischen Erkrankungen und bezeichnet einen Zustand psychischer Niedergeschlagenheit.
Der Name Depression leitet sich von dem lateinischen Wort "
deprimere" ab. Übersetzt heißt dies "herabdrücken".
Wie häufig treten Depressionen auf?
Depressionen sind eine der häufigsten Krankheiten in Deutschland. Man schätzt, dass 15% der Männer und 24% der Frauen in Laufe ihres Lebens an Depressionen leiden.
Wie kommt es zu einer Depression?
Es ist bislang noch nicht bekannt warum eine Depression entsteht. Aber man geht davon aus, dass viele verschiedene Faktoren bei der Entstehung der Krankheit beteiligt sind.
Mögliche Ursachen für eine Depression sind:
- Verlust und Verlustängste
Depressionen werden von einer negativen Einstellung zu sich selbst, seiner momentanen Situation und Einstellung zur Zukunft gefördert. Die eigene Situation wird als hoffnungslos gesehen, man fühlt sich als Versager. Wenn man z. B. seine Arbeit verloren hat, glaubt man, dass man nie wieder eine andere Arbeitsstelle bekommt, oder wenn man seinen Partner verloren hat, glaubt man nicht liebenswert zu sein und nie wieder einen neuen Partner zu finden. Man fühlt sich als Versager.
- Störungen in der Kindheit
Solche Störungen können z. B. sein:
- Gewalt in der Familie
- gestörtes Selbstwertgefühl durch ständige Erniedrigungen
- Isolation von der Außenwelt, kaum soziale Kontakte
- Ablehnung durch die Eltern wegen vermeintlich zu geringer Leistung
- Zwanghafte Sauberkeit
- Liebesentzug
Diese Störungen können sich bis in das Erwachsenenalter hindurch ziehen und erst dann eine Depression auslösen.
- Traumatische Faktoren
Das Erleben einer schmerzlichen Erfahrung, die eine Person durchlebt, kann auch ein Auslöser für eine Depression sein. Eine solche Erfahrung wird im Gehirn abgespeichert und kann in ähnlichen Situationen wieder auftreten. Schmerzhafte Erfahrungen können zum Beispiel sein:
- Kränkung durch eine andere Person
- Verlust einer geliebten Person
- finanzielle Not
- Konflikte in der Familie/am Arbeitsplatz
- Einsamkeit
- Scheidung oder Partnerverlust
- Krankheit
- Stress
- Missbrauch
- Psychischer Druck
- Erbliche Veranlagungen
Kinder von Eltern, die an Depressionen leiden haben ein erhöhtes Risiko auch an Depressionen zu erkranken.
- Körperliche Erkrankungen
Auch Körperliche Erkrankungen wie
- dauernde Schmerzen
- Erkrankungen der Leber
- chronische Erkrankungen
- Erkrankungen der Schilddrüse
- schwerwiegende Infektionen, wie z. B. HIV
- Morbus Parkinson
- Alkohol- oder Tablettenmissbrauch
- Krankheiten, die das Aussehen des Erkrankten betreffen, wie z. B. eine schwere Akne, Schuppenflechte oder eine körperliche Behinderung
können eine Depression auslösen.
- Biologische Faktoren
Hierzu zählt z. B. eine Veränderung des Hormonhaushaltes, der z. b. bei Frauen nach der Geburt ihres Kindes, bei Frauen in den Wechseljahren oder Männern ab ca. dem 50ten Lebensjahr auftritt.
- Lichtentzug in dunklen Jahreszeiten
Man spricht dann auch von einer saisonalen Depression. Diese Form der Depression tritt nur im Herbst und Winter auf, wenn weniger Sonneneinstrahlung vorhanden ist. In Deutschland leiden etwa 800.000 Menschen an dieser Form der Depression.
Wie erkenne ich eine Depression?
Eine Depression ist eine Erkrankung, die unsere Gefühle betrifft und sich individuell in sehr unterschiedlicher Weise äußern kann. Während einer Depression
verändert sich der Stoffwechsel im Gehirn. Die `Botenstoffe`, die für unsere Gedanken, Gefühle, Körperfunktionen und unser Handeln und Tun verantwortlich sind,
geraten dabei aus dem Gleichgewicht. Dies kann zu folgenden Krankheitszeichen (Symptomen) führen:
- Antriebslosigkeit
- Innere Unruhe und Schlafstörungen
- Fehlende Lebensfreude
- Innere Leere und Traurigkeit
- Vermindertes Selbstwertgefühl
- Nachlassendes Interesse
- Konzentrationsschwäche
- Unentschlossenheit
- Schuldgefühle, Selbstvorwürfe
- Gestörte Farbwahrnehmung (alles ist grau)
- Gedanken an Selbstmord
- Körperliche Beschwerden und Missbefinden
Diese Symptome treten bei den erkrankten Personen in unterschiedlicher Form auf. Oft sieht man sie einer Person nicht an, und viele depressive Patienten versuchen ihre Depression zu verbergen.
Viele Menschen, die an Depressionen erkrankt sind, halten sich selbst oft gar nicht für krank, sondern für Versager.
Depression ist eine Krankheit und wirkt sich auf den gesamten Alltag der betroffenen Personen aus. Sie ist kein Zeichen persönlicher Schwäche oder Versagens.
Was kann man gegen eine Depression tun?
In der Regel können Depressionen gut behandelt werden. Neben einer medikamentösen Behandlung mit Antidepressiva werden oft Psychotherapie und physikalischen Maßnahmen
(z. B. Lichttherapie) angeboten. Oft wird eine kombinierte Therapie durchgeführt.
Was kann ich tun?
Wenn in Deiner Familie jemand an Depressionen leidet, dann gibt es ein paar Regeln, die der erkrankten Person und auch Dir in der depressiven Phase helfen können.
- Versuche geduldig und rücksichtsvoll zu sein ohne Dich zu ärgern, wenn der Kranke sich abweisend oder fremd verhält.
- Sprich mit der depressiven Person und wende dich ihr zu, auch wenn sie sich zurückzieht.
- Sorge dich nicht ausschließlich um die depressive Person, sondern gehe auch Deinen eigenen Beschäftigungen nach.
- Achte darauf, dass sie ihre Medikamente einnimmt.
- Aufforderungen wie z. B. Kopf hoch oder Aufforderungen zu einer Aktivität sind nicht sinnvoll, da sie dem Kranken eher das Gefühl geben nicht verstanden zu werden.
- Wenn Du dir unsicher bist oder nicht mehr weiter weißt, dann ruf den behandelnden Arzt an.
Ist eine Depression vererbbar oder ansteckend?
Eine Depression ist nicht ansteckend und auch nicht vererbbard. Jedoch haben Kinder, deren Eltern an Depressionen leiden, ein erhöhtes Risiko, selbst auch an Depressionen zu erkranken.
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