Diabetes mellitus

Woher kommt der Name Diabetes mellitus?

Das Wort `Diabetes` kommt aus dem Griechischen und bedeutet `hindurchfließen`. Das Wort `mellitus` kommt aus dem Lateinischen und bedeutet `honigsüß`.

Übersetzt heißt Diabetes mellitus also: `honigsüßer Durchfluss`.

Man sagt auch Zuckerkrankheit dazu. Abgekürzt wird auch schon mal gesagt "Die Person hat Zucker" oder "Die Person hat Diabetes". Damit ist dann gemeint, dass die Person einen Diabetes mellitus hat.

Wie häufig ist ein Diabetes mellitus?

Auf der ganzen Welt haben ungefähr 246 Millionen Menschen einen Diabetes. In Europa gibt es ca. 50 Millionen Diabetiker (so werden Menschen mit Diabetes genannt) und in Deutschland leben Millionen Diabetiker, davon 95% (3.800.000) vom Typ2 und 5% (200.000) vom Typ1 (die verschiedenen Typen werden weiter unten erklärt).

Was passiert bei einem Diabetes mellitus im Köper?

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung. Der Stoffwechsel dient dem Umbau, Aufbau und der Erhaltung deines Körpers. Alle möglichen Stoffe, die dein Körper aufnimmt, z. B. Lebensmittel, werden durch den Stoffwechsel in andere Stoffe verwandelt. Dabei entsteht Energie und es wird auch Energie verbraucht. Der Stoffwechsel arbeitet also wie ein Kraftwerk in deinem Körper. Wie in einem Kraftwerk, gibt es auch beim Stoffwechsel in deinem Körper verschiedene Abteilungen. Eine dieser Abteilungen ist der Kohlenhydratstoffwechsel. Kohlenhydrate findest Du, genauso wie Fette oder Eiweiß, in Nahrungsmitteln. Nahrungsmittel, die viele Kohlenhydrate erhalten, sind z. B. Brot, Kartoffeln, Nudeln, Mehl, Chips, Obst und Zucker. Der Kohlenhydratstoffwechsel sorgt dafür, dass diese Kohlenhydrate, in deinem Magen und Darm alle zu Zucker umgebaut werden, denn nur der Zucker kann in dein Blut und von da weiter in alle möglichen Zellen deines Körpers gelangen. Im Blut muss der Zucker dann noch weiter umgebaut werden damit er in die Zellen kommt. Dazu benötigt dein Körper das Hormon Insulin. Insulin funktioniert wie ein Schlüssel. Es öffnet dem Zucker die Tür in die verschiedenen Zellen deines Körpers. Menschen mit Diabetes fehlt Insulin. Bei ihnen bleibt der Zucker also im Blut und kann nicht in die Zellen gelangen. Dadurch gerät der Stoffwechsel durcheinander.

Wie kommt es zu einem Diabetes mellitus?

Es gibt zwei Formen des Diabetes. Typ1 und Typ2 Diabetes. Typ1 wird auch jugendliches Diabetes genannt und Typ2 Altersdiabetes, denn Typ1 tritt hauptsächlich bei Kindern und Jugendlichen auf und Typ2 bei älteren Personen. Aber auch immer mehr Kinder bekommen einen Typ2 Diabetes. Die Ursache für einen Diabetes ist das fehlende Insulin. Dieses wird in den Inselzellen der Bauspeicheldrüse deines Körpers produziert.

Bauchspeicheldrüse im Körper


Bei Typ1-Diabetikern werden diese Inselzellen zunächst immer weniger, bis irgendwann gar keine mehr da sind und es so auch kein Insulin mehr gibt.

Ein Typ2-Diabetes tritt meist erst bei Personen auf, die über 40 Jahre alt sind. Sehr häufig sind diese Personen übergewichtig. Bei ihnen ist die Bauspeicheldrüse einfach überfordert, da sie ständig sehr viel arbeiten muss, damit der Stoffwechsel im Körper funktioniert. Irgendwann ist sie so überlastet, dass sie keins oder nicht mehr genügend Insulin herstellen kann.

Wie erkennt man einen Diabetes?

Einen Diabetes, der noch nicht behandelt ist, erkennt man daran, dass die Betroffenen Diese Merkmale treten nicht alle bei jedem frisch erkranktem Diabetiker auf. Bei Typ 1 Diabetikern treten sie sehr viel stärker und plötzlicher auf als bei Typ 2 Diabetikern. Diese leben oft schon einige Jahre mit einem Diabetes und erst bei einer Untersuchung beim Arzt fällt dann zufällig auf, dass sie einen Diabetes haben.

Was kann man gegen einen Diabetes machen?

Damit der Stoffwechsel bei einem Diabetiker wieder funktioniert brauchen sie Insulin. Bei einem Typ1 Diabetes, bei dem der Körper gar kein Insulin mehr herstellt, müssen die Diabetiker sich Insulin unter die Haut spritzen. Damit sie wissen, wie viel Insulin sie spritzen müssen, müssen sie regelmäßig ihren Blutzucker messen und immer genau darauf achten, wie viel Insulin sie für eine bestimmte Menge Essen benötigen. Um den Blutzucker zu messen, `piekst` man sich in den Finger und gibt einen Tropfen Blut auf einen Teststreifen eines solchen Gerätes. Darauf kann man dann ablesen, wie hoch der Blutzucker ist.

Blutzuckermessgerät, Teststreifen und Stechhilfe (aus Wikipedia)


Die Normalwerte für den Blutzucker kannst du in der Tabelle ablesen:
Blutzucker mg/dl
Jugendliche/ Erwachsene 90 - 110
Kleinkind/ Schulkind 80 - 110
Neugeborenes/ Säugling 60 - 90


Wenn der Blutzucker über dem Normalwert liegt, muss Insulin gespritzt werden, damit der Zucker aus dem Blut in die Zellen gelangen kann. Das kann man mit kleinen Spritzen und PENs machen, oder eine Insulinpumpe spritzt das Insulin unter die Haut.

Insulin-Pen (aus Wikipedia)

Insulinpumpe (aus Wikipedia)

Insulinpumpe + System (aus Wikipedia)


Damit der Blutzuckerspiegel nicht immer rauf und runter hüpft, sollten Diabetiker ganz regelmäßig essen, am besten über den Tag verteilt 5 - 6 Portionen. Nicht gut ist es dagegen, morgens gar nichts oder wenig und am Abend dafür dann ganz viel zu essen. Bei einem Typ2 Diabetes kann man zunächst versuchen, den Blutzucker durch eine Veränderung der Lebensweise wieder ins Gleichgewicht zu bekommen. Dazu ist es notwendig, dass man sich viel bewegt, gesund ernährt und regelmäßig den Blutzucker misst. Wenn das alleine nicht hilft, den Blutzucker zu regulieren, müssen Typ2 - Diabetiker Medikamente nehmen, die die Bauchspeicheldrüse anregen mehr Insulin zu produzieren. Wenn ein Diabetes nicht richtig behandelt wird und der Blutzucker ständig zu hoch ist, kann es so zu einer Gefäßverkalkung kommen. Das kann zu Folgeschäden führen, zum Beispiel:

Was ist eine Über- bzw. Unterzuckerung?

Die Gefahr bei Diabetikern ist, dass ihr Blutzuckerwert sehr stark UNTER oder ÜBER dem Normalwert liegt. Wenn der Wert sehr niedrig ist, nennt man das Hypoglykämie, wenn er sehr hoch ist Hyperglykämie. Einen Unterzucker (Hypoglykämie) kann man an folgenden Merkmalen erkennen: Diabetiker, die schon länger einen Diabetes haben, merken es meist von selbst, dass sie unterzuckern und essen dann direkt etwas. Damit der Zucker dann schnell wieder ansteigt, müssen sie etwas essen, was viel Zucker enthält, damit der Körper nicht erst noch viel arbeiten muss, bis er an den Zucker gelangt. Das kann z. B. Traubenzucker oder Apfelsaft sein.

Zu hohe Blutzuckerwerte (Hyperglykämie) treten oft am Anfang einer Erkrankung mit dem Typ1 auf, wenn der Erkrankte noch nicht weiß was mit ihm los ist und der Blutzucker so immer weiter ansteigt. Bei zu hohen Blutzuckerwerten kann es zu Das gefährliche bei beiden Situationen, Hyperglykämie und Hypoglykämie ist, dass der Diabetiker bewusstlos werden kann. In Fachkreisen sagt man auch diabetisches Koma (Bewusstlosigkeit durch Überzuckerung) oder hypoglykämischer Schock (Bewusstlosigkeit durch Unterzuckerung) dazu. Beides kann lebensgefährlich sein. Daher ist es wichtig in so einer Situationen direkt zu handeln. Da es schwierig ist zu erkennen, ob der Diabetiker bewusstlos ist, weil er zu viel Zucker im Blut hat oder zu wenig, darf man in so einer Situation auf keinen Fall einfach Insulin spritzen oder Traubenzucker geben. Das kann die Situation noch verschlimmern. Am besten direkt den Notarzt rufen, der den Diabetiker ins Krankenhaus bringt.

Was ist eine Broteinheit?

Mit einer Broteinheit (BE) oder Kohlenhydrateinheit (KE) wird der Anteil an Kohlenhydraten in Lebensmitteln bestimmt. Ungefähr 10 - 12g Kohlenhydrate entsprechen einer Broteinheit. Hier kannst Du dir anschauen welche Lebensmittel wie viele Broteinheiten haben. Diabetiker müssen immer, wenn sie etwas essen, berechnen, wie viele Broteinheiten sie essen, damit sie wissen wie viel Insulin sie spritzen müssen.

Was kann ich gegen Diabetes tun?

Wenn jemand in deiner Familie oder von deinen Freunden Diabetes hat, lass dir von ihm sagen wo er seinen Traubenzucker aufbewahrt. Dann kannst Du ihm, wenn er unterzuckert, direkt ein Stückchen Traubenzucker in den Mund schieben. Du kannst ihn auch fragen, wie sich eine Unterzuckerung bei ihm bemerkbar macht. Dann kannst Du es vielleicht auch selbst erkennen, wenn er unterzuckert. Wenn die Unterzuckerung so schlimm ist, dass der Diabetiker bewusstlos ist, dann ruf sofort den Notarzt (112) an und sag am besten am Telefon schon, dass ein Diabetiker bewusstlos geworden ist. Ansonsten kannst Du im Alltag mit darauf achten, dass regelmäßig der Blutzucker kontrolliert wird und besonders bei Typ2 Diabetikern nicht zu oft Süßigkeiten und fettige Sachen gegessen werden, denn das wirkt sich negativ auf den Blutzucker aus.

Ist Diabetes ansteckend oder vererbbar?

Diabetes ist nicht ansteckend und auch nicht direkt vererbbar.

Weitere Informationen



Diese Seite herunterladen. Seite herunterladen




 

menue_logo menue_top
krankheiten hilfe forum chat buecher
k_menue_top
k_menue_left   k_menue_right
k_menue_bottom