Epilepsie
Was bedeutet der Name Epilepsie?
Das Wort "Epilepsie" kommt aus dem Griechischen und bedeutet Anfall.
Viele sagen dazu auch Fallsucht.
Woher kommt Epilepsie?
Eine Epilepsie kommt durch eine Störung im Gehirn zustande.
Diese entsteht durch das Zusammenwirken einer erhöhten Anfallsbereitschaft,
die bereits angeboren ist, und durch eine Schädigung des Gehirns.
Mögliche Ursachen dafür sind z.B.:
- eine Entzündung,
- ein Sauerstoffmangel während der Geburt,
- eine Verletzung des Gehirns durch einen Unfall,
- eine Durchblutungsstörung (Schlaganfall) oder
- eine Hirnblutung
Epilepsie oder epileptische Anfall?
Von Epilepsie spricht man nur dann, wenn sich Krampfanfälle von selbst ohne besonderen Anlass wiederholen.
Häufig hört man auch von einem epileptischen Anfall. Hierbei handelt es sich um ein einzelnes Geschehen, das
sich plötzlich ereignet und meist nach Sekunden oder Minuten auch wieder aufhört. Einen epileptischen Anfall kann jeder Mensch bekommen.
Wie erkenne ich einen Anfall?
Bei Menschen, die an Epilepsie leiden, treten wiederholt Krampfanfälle auf. Man unterscheidet dabei zwei Anfallsformen.
Die erste wird "
Fokaler Anfall" genannt. Für diese Form ist nur ein bestimmter Ort im Gehirn des
Menschen der Auslöser für den Anfall.
Einen Anfall dieser Art erkennt man an folgenden Kennzeichen/Symptomen:
- Muskelzuckungen
- Veränderte Sinneswahrnehmungen
- Herzklopfen, Angst, innere Unruhe
- Bewusstlosigkeit
- Schmatzende oder kauende Bewegungen
- Vermehrter Speichelfluss
- Gänsehaut
- Schweißausbruch
Die zweite Form wird "
Generalisierter Anfall" genannt. Bei dieser Form ist das gesamte Gehirn
Auslöser für den Krampf. Generalistische Anfälle unterscheidet man in
- Absencen (= Abwesenheiten)
Von Absencen spricht man bei einer kurzen oder länger andauernden Bewusstlosigkeit.
- Myoklonische Anfälle
Als myoklonische Anfälle werden plötzliche, heftige, unkontrolliert ausfahrende Bewegungen der Schultern und Arme, zum Teil auch mit Einknicken der Beine bezeichnet.
- Tonische Anfälle
Bei einem tonischen Anfall versteift sich die Muskulatur und es kommt zu einer Überstreckung des gesamten Körpers oder der gesamte Körper beugt sich. Wenn ein solcher Krampf im Gehen oder Stehen geschieht, können die Personen stürzen und sich verletzen.
- Tonisch-klonische Anfälle
Tonisch-klonische Anfälle beginnen meist mit einem völligen Bewusstseinsverlust. Dann kommt es zu einer Versteifung der Muskulatur. Darauf folgen Muskelzuckungen am gesamten Körper und es bildet sich Schaum vor dem Mund. Nach einem solchen Anfall schlafen die Personen häufig.
Was kann ich tun?
Während eines Anfalles
Viele Menschen mit Epilepsie haben immer ein Notfallmedikament bei sich. Wenn jemand in Deiner Familie an Epilepsie erkrankt ist,
ist es gut, wenn Du weißt wo das Medikament aufbewahrt wird. Lass es Dir von Deinen Eltern zeigen. Dann
kannst Du es sofort geben, wenn die Person krampft. Meistens sind es Tropfen, die man in den Mund der Person tropft, oder
eine Art Zäpfchen (Mikroklistier). Wenn sich spitze, scharfe oder kantige Gegenstände in der Umgebung der krampfenden Person
befinden, dann versuch diese wegzuräumen, damit sie sich nicht verletzen kann.
Nach einem Anfall
Meistens sind Menschen nach einem Krampfanfall sehr erschöpft. Wenn die betroffene Person nach dem Anfall schläft, versuch sie auf die Seite zu legen und die Kleidung am Hals zu lockern (obersten Hemd oder Blusenknopf öffnen). Unter den Kopf kannst Du eine Decke, ein Kissen, einen Pullover oder ähnliches legen. Wenn es möglich ist, bleib so lange bei der Person sitzen, bis sie wieder aufwacht.
Wenn der Anfall länger als 5 Minuten dauert oder die Person sich verletzt, solltest Du einen Arzt anrufen. Im Notfall einfach immer die 112 wählen.
Ist Epilepsie vererbbar oder ansteckend?
Epilepsie ist nicht vererbbar oder ansteckend. Eine erhöhte Bereitschaft zu epileptischen Anfällen ist oft angeboren und diese kann vererbt werden.
Einen epileptischen Anfall kann grundsätzlich jeder Mensch bekommen.
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