Hypertonie
Was bedeutet Hypertonie?
Das Wort "
Hypertonie setzt sich aus dem grichischen Wort hyper = "über" und dem
lateinischen Wort tonus = "Spannung/Druck" zusammen. Wörtlich übersetzt heißt es
also Überdruck. In der medizinischen Fachsprache wird unter Hypertonie ein Bluthochdruck verstanden.
Was ist der Blutdruck?
Vielleicht warst Du auch schon mal bei einem Arzt und Dir wurde Blut abgenommen oder
Du hast dich verletzt und es hat geblutet. Hast Du dich schon mal gefragt wo das Blut in
deinem Körper herkommt? Es fließt in einem großen System aus vielen verschiedenen
dicken und dünnen Röhren (Blutgefäße) durch unseren Körper.
Es gibt zwei verschiedene Arten von Röhren. Die Arterien und die Venen.
In den Arterien wird das sauerstoffreiche Blut vom Herz in deinen Bauch, deinen Kopf, deine Arme und
Beine bis in deinen kleinen Finger und Zeh transportiert. In den Venen fließt das
sauerstoffarme Blut dann wieder zu deinem Herz zurück.
Dein Herz ist dafür verantwortlich, dass das Blut fließt.
Es funktioniert wie eine Pumpe. Dadurch entsteht Druck in den Arterien und Venen.
In den Arterien ist der Druck immer etwas größer als in den Venen.
Diesen Druck bzw. die Druckwelle mit der das Blut durch die Blutgefäße fließt,
kann man als Puls fühlen. Fasse dafür mit den Fingern deiner rechten Hand an dein
linkes Handgelenk oder umgekehrt.
Vielleicht ist bei dir auch schon mal der Blutdruck gemessen worden als Du beim Arzt warst oder
Du hast gesehen, wie er bei jemand anderem gemessen wurde. Dafür wird dir eine Manschette
um den Oberarm gelegt. Diese wird dann aufgepumpt. Durch den Druck werden die
Blutgefäße in deinem Oberarm abgedrückt. Dann wird die Luft wieder
langsam aus der Manschette raus gelassen, und durch ein Stethoskop (Hörrohr),
welches an deine Ellenbeuge gelegt wird, kann man dann hören, wie das Blut wieder
durch die Blutgefäße strömt.

Blutdruckmanschette und Messgerät
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Stethoskop
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Um den Blutdruck zu bestimmen sind dabei zwei Töne besonders wichtig:
der erste Ton der gehört wird, wenn die Luft aus der Manschette gelassen
wird und der letzte Ton der gehört wird. Man spricht auch vom systolischen (1.Ton)
und diastolischen (2.Ton) Wert. Die Werte werden auf einem Messgerät, das mit der
Manschette verbunden ist, abgelesen. Wenn jemand einen ganz normalen Blutdruck hat,
sagt die Krankenschwester oder die Ärztin zum Beispiel:
"Ihr Blutdruck ist 125 zu 80". In der Tabelle kannst du nachlesen, welche Werte normal sind und wann man von einem erhöhten Blutdruck spricht.
| |
systolischer Wert (mm Hg) |
diastolischer Wert (mm Hg) |
| Optimaler Blutdruck |
< 120 |
< 80 |
| Normaler Blutdruck |
129 |
84 |
| Normaler Blutdruck erhöht |
130-139 |
85-89 |
| Leicht erhöhter Blutdruck |
140-159 |
90-99 |
| Erhöhter Blutdruck |
160-179 |
100-109 |
| Schwerer Bluthochdruck |
> 180 |
> 110 |
Die Werte in der Tabelle gelten allerdings nur für Erwachsene. Für Kinder gibt es andere Richtwerte.
Wie kommt es zu einer Hypertonie?
Damit alle deine Organe andauernd mit Blut versorgt werden, ist das Blut in deinem Körper immer in Bewegung.
Du kannst es dir wie einen Fluss vorstellen. Das Wasser darin fließt auch die ganze Zeit.
Wenn jetzt der Druck des Herzens einmal nicht so stark ist, wird es schwierig, alle Organe mit Blut zu versorgen,
weil die Druckwelle dann evtl. dort nicht ankommt. Deswegen ist es wichtig, dass dein Körper den Blutdruck ab und zu ansteigen lässt.
Das geschieht automatisch wenn Du dich anstrengst, wenn Du Schmerzen hast oder wenn dein Blutdruck im Schlaf absinkt.
Solche kurzen Bluthochdruckphasen sind also nicht weiter schlimm und kommen bei jedem Menschen vor. Wenn der Blutdruck
aber ständig zu hoch ist, dann kann es zu Schäden am Herz und an den Gefäßen kommen.
Wenn bei einer Person eine Hypertonie festgestellt wird, ist oft kein Grund, also keine Ursache dafür zu erkennen.
Aber es gibt auch Personen, die aufgrund einer Erkrankung eines bestimmten Körperorgans an einer Hypertonie leiden.
Das können die Nieren, die Nebennieren oder die Schilddrüse sein.
Nieren:
Wenn die Nieren wegen einer Erkrankung schlechter arbeiten, führt das häufig zu einem erhöhten Blutdruck.
Nebennieren:
Sie produzieren Hormone, die den Blutdruck beeinflussen. Wenn die Nebennieren nicht mehr richtig arbeiten und
z. B. zu viele dieser Hormone produzieren, kommt es zu einem erhöhten Blutdruck.
Schilddrüse:
Auch die Schilddrüse produziert Hormone, und wenn davon zu viele im Körper
vorhanden sind, kann der Blutdruck ansteigen.
Es kann auch sein, dass eine Person einen Bluthochdruck hat, weil sie übergewichtig ist, zuviel Salz ist,
regelmäßig viel Alkohol trinkt oder sich wenig bewegt.
Wie häufig ist eine Hypertonie?
Hypertonie ist eine Krankheit, die sehr häufig auftritt. Jeder dritte Erwachsene in Deutschland leidet an Bluthochdruck.
Immer häufiger leiden auch Kinder und Jugendliche an Hypertonie. Fast 3% (3 von 100) der Kinder und Jugendlichen
in Deutschland haben einen erhöhten Blutdruck.
Wie erkenne ich eine Hypertonie?
Viele Personen, die an Hypertonie leiden, merken davon am Anfang gar nichts. Das ist nicht so gut, denn der
erhöhte Blutdruck kann zu Schäden an Organen im Körper führen.
Folgende Beschwerden können auf einen Bluthochdruck hinweisen:
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Nasenbluten
- Schmerzen in der Brust
- Kurzatmigkeit
- Sehbehinderung
Was kann man gegen eine Hypertonie machen?
Wichtig ist, dass Personen, die einen erhöhten Blutdruck haben, regelmäßig ihren Blutdruck kontrollieren.
Entweder beim Hausarzt oder selbstständig zu Hause. Ganz wichtig ist, dass sich einige Dinge im
Leben der betroffenen Personen ändern. Durch eine gesunde salzarme Ernährung beispielsweise
kann der Blutdruck in vielen Fällen gesenkt werden. Auch die folgenden Punkte können zu
einem niedrigeren Blutdruck führen:
- Gewicht reduzieren
- salz- und fettarm essen
- wenig(er) Alkohol trinken
- viel bewegen
- nicht rauchen
- regelmäßige Entspannungsphasen einlegen
Dies geschieht allerdings nicht sofort, es braucht Zeit, bis sich der Körper umgestellt hat,
denn er hat ja lange Zeit mit einem erhöhten Blutdruck "gearbeitet".
Wenn diese Maßnahmen nicht zu einem niedrigeren Blutdruck führen, werden vom Arzt
Medikamente verschrieben, die den Blutdruck senken. Allerdings gilt auch hier, dass der Blutdruck
nicht innerhalb von einer Woche sinkt, sonder es ein wenig Zeit benötigt.
Was kann ich machen?
Wenn in deiner Familie jemand an Bluthochdruck leidet, dann kannst Du versuchen mit darauf zu achten, dass sie oder er:
- regelmäßig den Blutdruck misst,
- die Empfehlungen des Hausarztes umsetzt,
- viel Obst und Gemüse isst,
- wenig Salz isst,
- pflanzliche Fette bevorzugt beim Kochen
- wenig bis gar nicht raucht,
- wenig bis gar keinen Alkohol trinkt,
- Normalgewicht anstrebt,
- sich regelmäßig bewegt,
- sich Entspannungsphasen gönnt.
Ist eine Hypertonie vererbbar oder ansteckend?
Eine Hypertonie ist nicht ansteckend und auch nicht vererbbar. Allerdings haben Kinder,
in deren Familie jemand an Hypertonie leidet, eher die Veranlagung dazu später auch eine Hypertonie zu bekommen.
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