Schlaganfall

Unter einem Schlaganfall versteht man einen plötzlich ("schlagartig") einsetzenden Ausfall bestimmter Funktionen des Gehirns.

Wie kommt es zu einem Schlaganfall?

Zu einem Schlafanfall kommt es, wenn ein Teil des Gehirns mit zu wenig Blut und dadurch mit zu wenig Sauerstoff versorgt wird. Denn der Sauerstoff wird vom Blut transportiert. Diese Unterversorgung mit Sauerstoff kann verschiedene Ursachen haben. Eine Thrombose, eine Embolie oder eine geplatztes Blutgefäß im Kopf.

Thrombose:
Eine Thrombose ist eine Gefäßerkrankung. Dabei bildet sich ein Blutgerinnsel (auch Thrombus genannt) in einem Blutgefäß. Meist in einer Vene, also einem Blutgefäß, in dem das Blut aus unserem Gehirn, unseren Händen und Beinen usw. zum Herzen zurück transportiert wird. Ein Blutgerinnsel kann entstehen, wenn das Blut in den Venen nicht mehr ausreichend in Richtung Herz strömt.

Embolie:
Von einer Embolie spricht man, wenn ein Blutgefäß verstopft ist. Zu dieser Verstopfung kommt es durch Material, wie z.B. Fetttropfen, Luft oder Blutgerinnsel, das mit dem Blut transportiert wird. Dieses lagert sich dann in den Blutgefäßen ab und so kommt es zunächst zu einem verengten Gefäß und schließlich zu einem verstopften Gefäß. Dort kommt dann kein Blut mehr hindurch und einige Bereiche des Gehirns werden nicht mehr mit Blut versorgt (Mehr Informationen zu Thrombose und Embolie findest du im Artikel " Herzinfarkt").

Geplatztes Gefäß:
Wenn ein Blutgefäß im Kopf platzt, fließt das Blut aus den Blutgefäßen heraus in das Gehirn. Dort entsteht dann ein blauer Fleck (Bluterguss), wie Du ihn sicherlich auch schon mal hattest, wenn du hingefallen bist oder dich gestoßen hast. Durch diesen Bluterguss entsteht Druck auf einige Bereiche im Gehirn. Diese Bereiche können dann nicht mehr richtig arbeiten.

Wie häufig ist ein Schlaganfall?

Der Schlaganfall ist die häufigste Erkrankung des Gehirns.
Viele Leute glauben, einen Schlaganfall bekommen nur alte Menschen. Das ist falsch. Zwar sind die meisten Personen, die einen Schlaganfall erleiden schon 70 Jahre alt, aber auch junge Leute und selbst Kinder können schon einen Schlaganfall bekommen. Frauen sind im Durchschnitt 75 Jahre alt, wenn sie einen Schlaganfall erleiden. Männer sind in der Regel etwa 70 Jahre alt. Ungefähr 200.000 Erwachsene erleiden jährlich einen Schlaganfall und ungefähr 300 Kinder und Jugendliche in Deutschland erleiden im Jahr einen Schlaganfall. Mehr als die Hälfte davon sind Neugeborene.

Wie erkenne ich einen Schlaganfall?

Wenn jemand in deiner Umgebung plötzlich Sehstörungen, Sprachstörungen, Taubheitsgefühle oder sehr starke Kopfschmerzen angibt oder ihm schwindelig ist, können das Anzeichen für einen Schlaganfall sein.

Sehstörungen
Die Sehstörungen können verschieden aussehen. Einige Betroffene sehen auf einmal alles doppelt, andere können sich nicht mehr in ihrer gewohnten Umgebung zurechtfinden.
Sie wissen z. B. nicht mehr wie sie von ihrer Wohnung zum einkaufen kommen, obwohl sie sonst täglich diesen Weg gegangen sind. Man spricht dann von einem gestörten räumlichen Sehen. Bei einigen Betroffenen kommt es auch zu einer Einschränkung ihres Gesichtsfeldes. Wenn die linke Gesichtshälfte betroffen ist, sehen sie z. B. Dinge, die sich auf der linken Seite befinden nicht. Das kann dazu führen, dass die Betroffenen hin fallen.


Sprachstörungen
Auch auf die Sprache kann ein Schlaganfall Einfluss nehmen. Es kann dazu führen, dass sich die Sprache der Betroffenen Person verändert.
Sie sprechen dann oft sehr stockend und abgehackt oder sie verdrehen die Silben eines Wortes. Sie sagen z.B. "Türhaus" anstatt "Haustür" oder sie benutzen falsche Buchstaben. Auch sprechen sie oft verwaschen und lallen, so dass man sie schlecht versteht. Es kann auch vorkommen, dass ein Betroffener gar nicht mehr sprechen kann oder, dass sie nicht mehr verstehen, was man ihnen sagt.


Lähmungen
Von einer Lähmung spricht man, wenn Körperteile ihre Funktionen nicht mehr ausüben können.
Ein Arm kann dann z. B. nicht mehr hochgehoben werden, die Finger können nichts mehr greifen oder festhalten, oder man kann sein Auge nicht mehr öffnen und der Mundwinkel hängt herunter. Durch einen Schlaganfall kann es dazu kommen, dass eine gesamte Körperseite gelähmt wird. Für die Betroffenen fühlt sich das dann so an, als wenn ihre gesamte Körperseite eingeschlafen wäre. So wie wenn dir mal die Füße einschlafen. Es kann auch vorkommen, dass ein Betroffener nicht mehr richtig schlucken kann.


Schwindel
Es kann zu einem Drehschwindel kommen, dabei haben die Betroffenen das Gefühl als würden sie Karussell fahren. Oder die Betroffenen fühlen sich wie auf einem Schiff, welches stark schaukelt. Dann spricht man von einem Schwankschwindel.


Kopfschmerzen
Durch einen Schlaganfall kann es zu plötzlich auftretenden sehr starken Kopfschmerzen kommen.



Typisches Erscheinungsbild eines Patienten nach einem Schlaganfall
Lähmung eine Gesichtshälfte



Gebeugter Arm

Gebeugte Finger



Fuß zeigt zum Boden


Was kann man bei einem Schlaganfall machen?

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall. Wenn also der Verdacht besteht eine Person hat einen Schlaganfall, muss als aller erstes die Notrufnummer 112 angerufen werden, damit dieser Person ganz schnell geholfen werden kann. Die betroffene Person darf nichts mehr essen und trinken, da sie sich verschlucken kann, und sie darf sich nicht anstrengen. Der Notarzt bringt die Person dann in ein Krankenhaus auf eine Station, auf der speziell Patienten nach einem Schlaganfall behandelt werden. Eine solche Station nennt man "Stroke Unit" (Schlaganfall-Einheit).

Dort wird der Betroffene genau untersucht, und für ein bis zwei Tage wird er mit verschiedenen Geräten verkabelt, die seinen Puls und Blutdruck, die Atmung und die Sauerstoffversorgung genau beobachten und messen.

Wenn ein Schlaganfall durch eine Thrombose oder Embolie entstanden ist, dann wird bei einigen Patienten in den ersten drei bis vier Stunden nach dem Schlaganfall versucht, dass Blutgerinnsel im Kopf durch spezielle Medikamente aufzulösen. Diese Therapie nennt man Lysetherapie oder Thrombolyse.

Neben einer Akuttherapie ist es ganz wichtig, dass die Betroffenen die Fähigkeiten, die sie durch den Schlaganfall verloren haben wieder erlernen. Damit soll schon früh, am besten noch auf der "Stroke Unit" begonnen werden. Zu den Betroffenen kommen dann verschieden Personen, die verschiedene Berufe gelernt haben und speziell dafür ausgebildet sind, dass Fähigkeiten wieder erlernt werden. Hier haben wir dir ein paar der Berufe aufgezählt:

Logopäden kümmern sich um die Sprache und üben mit den Betroffenen wieder zu sprechen.

Physiotherapeuten (Krankengymnasten) kümmern sich um die Lähmung des Betroffenen. Sie führen verschiedene Übungen mit dem Betroffenen durch, damit er wieder lernt seine gelähmte Seite wahrzunehmen und damit die Muskeln wieder lernen zu arbeiten.

Ergotherapeuten helfen den Betroffenen und zeigen ihnen Übungen und Tricks damit sie sich zu Hause und auf der Arbeit wieder gut zurechtfinden und viele Dinge alleine, ohne Hilfe von Anderen, erledigen können.

Nach dem Krankenhausaufenthalt gehen Personen, die einen Schlaganfall hatten, noch mal in eine andere Klinik: eine Rehaklinik. Davon hast du vielleicht schon mal gehört. Das sind Kliniken, in denen Patienten gezeigt wird, wie sie sich nach einer Krankheit wieder an den Alltag zu Hause und ihre Arbeit gewöhnen können. Dort bleiben die Betroffenen oft einige Wochen. Wenn sie dann wieder zu Hause sind müssen sie auch dort noch einige der Therapien und Übungen weiter machen. Zusätzlich müssen sie regelmäßig Medikamente nehmen. Das sind Medikamente, die das Blut flüssiger machen und die verhindern, dass noch mal eine Thrombose oder eine Embolie entsteht. Die Betroffenen müssen jetzt auch selbstständig auf ihre Lebensweise achten. Wichtig ist, dass sie sich Denn Übergewicht, Rauchen, Alkohol, fettiges Essen, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) keine Bewegung und Bluthochdruck sind Risikofaktoren für einen Schlaganfall.

Was kann ich machen?

Wenn deine Mutter, dein Vater oder jemand anderes in deiner Familie einen Schlaganfall erlitten hat, müsst ihr alle sehr geduldig sein. Besonders wenn die betroffene Person nicht mehr sprechen kann ist es schwierig, sich mit ihr zu verständigen. Die Personen verstehen in den meisten Fällen alles, können aber nicht sprechen und müssen nun versuchen, sich auf andere Art und Weise mit euch zu verständigen. Das ist für beide Seiten schwierig und alle müssen Geduld haben. Du kannst die betroffene Person aber unterstützen. Je nach dem, welche Einschränkungen die betroffene Person hat, kannst du z. B. mit ihr Schreiben üben, spazieren gehen und dich bei allem bewusst auf die gelähmte Seite stellen, damit diese wieder trainiert wird.

Ist ein Schlaganfall ansteckend oder vererbbar?

Nein ein Schlaganfall ist nicht ansteckend und auch nicht vererbbar. Wenn in deiner Familie schon mal eine Person einen Schlaganfall hatte, besteht in eurer Familie jedoch das Risiko, dass noch mehr Personen einen Schlafanfall bekommen können. Damit das nicht so schnell oder auch gar nicht passiert, könnt ihr versuchen etwas dagegen zu tun. Dabei können euch eine gesunde Ernährung und Sport schon helfen.

Weitere Informationen



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